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Artenschutz: Ein großer Tag für winzige Aale

Bleckede – Sie messen etwa sechs bis sieben Zentimeter, sind nur 0,03 Gramm schwer und die große Hoffnung von Elb-Anrainern und Forschern. Mit Hilfe von Glasaalen soll der erheblich geschrumpfte Aalbestand in der Elbe wieder aufgebaut werden. Mitarbeiter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie Fischer und Angler der Gemeinschaftsinitiative Elbfischerei (GI-Elbe) haben am Dienstag, 12.März 2019 am West- und am Ostufer der Elbe bei Bleckede sowie in vielen Nebengewässern rund 160 Kilo Glasaale in die Elbe ausgesetzt. Startpunkt der Aktion, die bereits zum 14. Mal stattfand, war Bleckede. Die Gesamtkosten liegen bei 43.000,00 Euro. Diesen Betrag bringt die GI-Elbe auf, zu der sich Fischer, Angler, Fischereirechteinhaber und weitere Förderer zusammengeschlossen haben. Auch wir von der Jörg Strehlow Angeln GmbH haben einen finanziellen Beitrag für die Besatzaktion beigesteuert. 


Zeitgleich zu der Aktion in Bleckede wurden weitere 256 Kilo Glasaale in die Elbe ausgesetzt. Verantwortlich für diese Aktion ist das Land Niedersachsen. Somit wurden insgesamt 416 Kilo, das entspricht über 1,2 Millionen Tieren, zur Sicherung des Aalbestandes ins Wasser entlassen. Eine Bewertung der Aalabwanderung für die Elbe im Juni 2018 hatte ergeben, dass die Ziele der EU-Aalverordnung zum Wiederaufbau des Europäischen Aalbestandes nur durch zusätzliche Maßnahmen erfüllt werden können.


Neben Niedersachsen führen auch andere Bundesländer im Einzugsbereich der Elbe – Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin – Aalbesatzmaßnahmen durch. Die Ergebnisse aller Anstrengungen, den europäischen Aalbestand dauerhaft zu sichern, lassen sich frühestens in einigen Jahren abschätzen. Hoffnung macht die Tatsache, dass zu Saisonbeginn im Dezember 2018 Rekordfänge in der französischen Glasaalfischerei vermeldet wurden.


Die Bestände des europäischen Aals sind überall in Europa seit Jahrzehnten erheblich zurückgegangen. Forscher diskutieren ungefähr ein Dutzend verschiedene Ursachen, darunter klimatische Veränderungen, die Fischerei, Parasiten, natürliche Feinde wie die Kormorane sowie Wasserkraft, deren Turbinen einen großen Teil der abwandernden Aale verletzen und damit die natürlichen Wanderbewegungen der Tiere erschweren.
Der Elbestrom gilt als vorzügliches Aufwuchsgewässer und eignet sich nach Ansicht der Fischereiexperten besonders gut für den Aalbesatz: Die Wasserqualität hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten ständig verbessert. Und mit dem Wehr in Geesthacht existiert auf dem Weg zum Meer nur ein Absperrbauwerk. Dort erleichtert je ein Fischpass an beiden Ufern den Weg der Aale in Ihr Laichgebiet.

Wir sehen uns am Wasser ;-)
Euer Jörg

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