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Zander – worauf es im Herbst wirklich ankommt

Herbstzeit ist Raubfischzeit, das gilt besonders für unsere geliebten Zander. Zu kaum einer anderen Zeit des Jahres sind die Stachelritter so gefräßig wie im Herbst. Doch was hat sich geändert? Und, reicht es wirklich, nur große Köder zu Fischen, um zum Erfolg zu kommen? Mein Guide Marcel hat für euch eine kleine Anleitung für einen goldenen Zander-Herbst. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und angeln!

Endlich, der Herbst ist da - mit allen seinen Vor- und Nachteilen. Zwischen den nun häufigeren Regentagen welche die Elbwiesen in Sumpflandschaften verwandeln oder solchen, an denen der Wind griffig über das Wasser peitscht, gibt es aber auch diese „romantischen“ Tage. Tage, an denen der Hochnebel über einem schwebt, während der Seeadler zwischen Kranichen, Kormoranen und Gänsen hoch oben seine Kreise zieht. Gemächlich steigt das Wasser in den großen Flüssen nach dem extremen Niedrigwasser dieses Sommers wieder etwas an und somit die Fische vermehrt zum Fressen animiert. Ja, solche Tage machen den Herbst zur wohl schönsten aber vor allem besten Angelzeit der Saison. Doch warum ist das eigentlich so?

Zeit und Licht
Den größten Einfluss auf das Beißverhalten der Zander, hat das Wetter. Eine konstante Wetterlage, völlig gleich ob sonnig, regnerisch oder bewölkt, am besten mit böigem Wind ist perfekt für einen guten Fangtag. Ist das Wetter konstant, beißen Zander besonders gut. Zu starke Luftdruckschwankungen von mehr als zehn Hektopascal am Tag nach oben oder unten hingegen, lassen die Zander fast gänzlich inaktiv werden. Im Herbst herrscht jedoch oft eine gewisse Konstanz im Wetter, was zu ausgedehnten Beißphasen führt. Interessant und nicht zu unterschätzen ist der Faktor Zeit! Und zwar die Zeit zwischen Sonnen-Auf- und Untergang. Denn je kürzer die Tage werden, desto näher rückt der Winter und für die kalte Jahreszeit sowie das anstehende Laich-Geschäft fressen sich Zander und Co. nochmals Energiereserven an. Das Eine führt also zum Anderen und alles in Allem ergibt sich eine sehr erfolgversprechende Angelei im Herbst. Neben den im Vorfeld beschriebenen äußeren Einflüssen, spielt der Faktor Licht eine entscheidende Rolle. Bei kaum einem anderen Fisch in unseren Breiten ist die Lichteinstrahlung so fangentscheidend wie beim Zander. Seine großen Augen, ausgestattet mit einer besonderen Haut, welche das eindringende Licht doppelt zu den Sehzellen zurück wirft und somit wie ein Verstärker wirkt, sind folgerichtig sehr lichtempfindlich. Dringt also zu viel Licht in das Gewässer, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit, die Chance einen Zander zu fangen, sehr gering. Was könnte uns daher mehr gelegen kommen, als einer dieser Herbsttage, an denen dicke Wolken oder gar dichter Hochnebel der Sonne das Scheinen verweigert?

Wechsel der Wassertrübung
Der Herbst steht im Zeichen der Veränderungen. Erst verändert sich das Laub der Blätter von einem kräftigen Grün, hin zu strahlendem Gelb. Ehe die abgestorbenen Blätter, vom Winde getragen, die Erde erreichen. So, oder so ähnlich spielt es sich auch unter der Wasseroberfläche ab. Das Wachstum von Algen und Plankton wird durch das kälter werdende Wasser deutlich verringert. Aufgrund der kürzeren Tage und des weniger kräftige Sonnenlicht sterben sie letztendlich ab und sinken zum Gewässergrund. Zur Folge, dass das Gewässer mit zunehmender Kälte deutlich klarer wird. Für uns Angler bedeutet das für die Auswahl unserer Köder, mit fortschreitender Klärung des Gewässers, auch die Köderfarbe anzupassen. Sind im Frühherbst häufig kräftige Farben und Kontraste mit hohen UV Anteil gefragt, punkten im weiteren Verlauf des Herbstes deutlich natürliche Dekore.

Größer oder kleiner?
Häufig bekommt man als Angler zu hören: „Im Herbst immer große Köder!“ Wahrscheinlich ist es der Aberglaube, welcher sich in die Köpfe vieler Angler gebrannt hat, im Herbst ausschließlich mit großen Ködern fischen zu müssen, weil es genügend Menschen gibt, die diese Meinung vertreten. Zugegeben, es klingt logisch: Warum sollte sich ein, durch das kalte Wasser träge gewordener Zander die Mühe machen, fünf kleine Fischchen zu jagen, wenn er die gleiche Energie auch mit einem entsprechend größeren Beutefisch zu sich nehmen kann? Doch ist wirklich die Größe des Köders entscheidend? Nein, ich denke nicht. Zander sind im Herbst darauf bedacht, möglichst viel Masse in Form von Fettreserven aufzubauen. Da scheint es egal zu sein, ob der Beutefisch 12, 15 oder gar 20 Zentimeter Länge hat – er nimmt was er bekommt! Für uns Angler hingegen sind kleinere Köder einfacher zu fischen. Weniger Gewicht beim Werfen und beim Führen des Köders ist für uns Angler wesentlich einfacher zu kontrollieren als einen großen und schweren Gummifisch – insbesondere bei Strömung. Schon aus Bequemlichkeit fische ich daher selten Köder, die länger als 15 Zentimeter sind. Genau genommen, halte ich Gummifische zwischen 10 und 13 Zentimetern für Ideale Köder, egal zu welcher Jahreszeit.

Zander in der Nacht gefangen

Finden und Fangen
Die alles entscheidende Frage ist jedoch, wo sich die Zander im Herbst aufhalten. Im Fluss ist die Entscheidung für den besten Angelplatz oft deutlich einfacher als im See. Wer jedoch denkt, die tiefen und markanten Außenkurven-Buhnen der Flüsse seien auch jetzt erste Wahl, der Irrt. Im Gegenteil! Bevorzugt sind gerade Strecken und die Anfänge von Kurven, in denen die Strömungsintensität der Kehrströmung in den Buhnen im Vergleich zum Rest der Geraden etwas abnimmt. Das Argument „je tiefer die Buhne desto wärmer ist das Wasser am Gewässergrund“ ist nämlich falsch. Dadurch, dass die Wassermassen ständig in Bewegung sind und sich verteilen, ist die Wassertemperatur überall im strömenden Bereich der Flüsse sehr ähnlich. Den Unterschied macht nicht, wie oft angenommen, die Wassertemperatur. Es ist die Stärke der Strömung im Inneren der Buhne, die im Herbst über Hopp oder Topp entscheidet. Und die ist auf geraden Strecken deutlich geringer als in Außenkurven. Mit zunehmender Kälte werden aber auch bald die Geraden unserer Flüsse zweite Wahl. Nun ziehen sich die Fische in fast völlig beruhigte Bereiche zurück. Hafenbecken, Verbindungskanäle und Altwasser mit Anschluss zum Hauptstrom sind dann gesuchte Bereiche. Aber auch einzelne große und tiefe Buhnen mit sehr wenig Strömung können nun zu exzellenten Anlaufstellen werden. Dort sammeln sich nämlich im Winter die Futterfische und somit auch die Räber.

Beißzeiten nutzen
Was sich im Jahreszyklus bei all den gravierenden Veränderungen auch im Herbst nicht ändert, ist die Tatsache, dass erfolgreiches Zanderangeln von Beißphasen abhängig ist. Eine Beißphase kann nur fünf Minuten lang sein, in denen man seinen Fisch fängt. Oder sie dauert eine ganze Stunde lang und man bekommt gleich mehrere Räuber an den Haken bekommt. Solche Beiß-Phasen werden im Herbst häufiger. Während des gesamten Tages lassen sich die Glasaugen fangen. Mit zunehmender Klärung des Gewässers sind jedoch die frühen Morgenstunden, besonders aber die Abenddämmerung äußerst bissig. Fangen am Tage noch die gewohnten Köder mit wenig Eigenaktion, kann in der Dämmerung ein etwas aktiverer Gummi zum Erfolg führen. In jedem Fall sollte der Köder eine hohe UV Aktivität mit Kontrast haben. Mein Favorit in der Dämmerung ist sowohl von Form, Aktion und Farbe der Bullseye Goofy in „Mahi Mahi“ oder „Electric Chicken“. Die Köder findest Du hier: Bullseye Goofy

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